Sophie Schillgalies (Foto: MJ Photography - Mustafa Sayedzada)
Foto: MJ Photography - Mustafa Sayedzada
Business-Interviews

5 Fragen an Sophie Schillgalies

PKW-Verkäuferin bei Mercedes-Benz und AMG

Driven by passion

Welche Dinge haben Ihnen zu Ihrem Erfolg verholfen?

Ich glaube nicht, dass Erfolg bei mir aus einem perfekten Karriereplan entstanden ist. Im Gegenteil, Vieles hat sich entwickelt, weil ich Chancen ergriffen habe und den Mut hatte auch Veränderungen anzunehmen.
Was mir geholfen hat ist eine Kombination aus Disziplin, Menschenkenntnis und der Fähigkeit mich in die Personen mir gegenüber hineinzuversetzen. Es geht darum zu verstehen, was mein Gegenüber möchte egal ob beruflich oder privat. Also ist es ein Mix aus Go with the flow und strikten Zielen.
Geholfen haben auch Netzwerke und Mentoren, die mich privat inspiriert haben.

Was war der beste/wichtigste Business-Ratschlag, den Sie je bekommen haben – und von wem?

Mache dich nicht kleiner, nur damit andere sich größer fühlen.
Ich glaube, gerade als Frau in einer sehr männergeprägten Branche war das sehr wichtig. Man muss nicht lauter sein als Andere aber man muss sich auf keinen Fall zurücknehmen um in ein Umfeld zu passen.

Was war das (bislang) wichtigste Learning Ihrer Karriere?

Mein größtes Learning ist wahrscheinlich, dass beruflicher Erfolg und persönliche Zufriedenheit nicht automatisch dasselbe sind.
Ich habe gelernt, dass man sehr erfolgreich in einem System sein kann – und irgendwann trotzdem feststellen darf, dass man sich weiterentwickeln möchte.
Rückblickend möchte ich deshalb auch schwierige Phasen nicht missen. Sie haben mir gezeigt, welche Arbeitsumfelder, Menschen und Werte zu mir passen – und welche nicht. Früher hätte ich wahrscheinlich stärker versucht, durchzuhalten und mich anzupassen. Heute frage ich mich viel eher: Passt das noch zu mir und zu dem Leben, das ich führen möchte?
Das hat meine Definition von Erfolg verändert. Erfolg bedeutet für mich heute nicht mehr nur Position, Umsatz oder Status. Erfolg bedeutet für mich zunehmend auch Freiheit, Selbstbestimmung und die Möglichkeit, etwas aufzubauen, hinter dem ich wirklich stehe.

Und vielleicht ist genau das der wichtigste Schritt meiner bisherigen Karriere, nicht nur eine Karriere aufzubauen, sondern bewusst zu entscheiden, wie ich arbeiten und leben möchte.

Stichwort Stress und mentale Gesundheit: Wie achten Sie auf sich?

Definitiv ist einer meiner besten Ausgleiche zum Job der Reitsport, oder besser gesagt der Kontakt und Zeit bei meinen Pferden. Sie holen einen sehr schnell ins Hier und Jetzt, weil sie keine Rolle und keine Statussymbole interessieren. Sie reagieren darauf, wie man tatsächlich ist.
Gesundheitlich hatte ich schonmal einen starken Dämpfer, deshalb denke ich, dass ich sehr viel abkann, aber ich muss lernen viel mehr Acht auf mich zu geben. Hier ist definitiv Entwicklungspotential!

Gerade wenn man ambitioniert ist, besteht die Gefahr, dass man immer noch ein bisschen mehr machen möchte. Irgendwann merkt man aber: Der Kopf braucht genauso Regeneration wie der Körper.
Für meinen Ausgleich brauche ich Bewegung, Natur und Zeit außerhalb des Business. Meine Einstellung dazu hat sich im Laufe meiner Karriere deutlich verändert... und wandelt sich auch aktuell sehr.

Ihre Vision, Ihr Wunsch, Ihre Ideen: Wie arbeiten wir 2030?

Ich glaube, dass wir 2030 viel weniger über klassische Karrierewege sprechen werden und viel stärker über Fähigkeiten, Persönlichkeit und unternehmerisches Denken. Technologie und KI werden viele Aufgaben übernehmen, die heute noch sehr viel Zeit kosten. Dadurch wird aber eine andere Fähigkeit noch wichtiger, der Mensch selbst. Empathie, Kreativität, Kommunikation, Entscheidungsfähigkeit, Selbstverantwortung und die Fähigkeit, Vertrauen aufzubauen, werden meiner Meinung nach enorm an Bedeutung gewinnen.
Gerade im Vertrieb glaube ich nicht, dass Technologie den Menschen ersetzen wird. Sie wird diejenigen ersetzen, die keinen echten Mehrwert schaffen. Wenn Produkte und Informationen immer transparenter und verfügbarer werden, wird die persönliche Beziehung umso wichtiger.

Ich wünsche mir deshalb eine Arbeitswelt, in der Menschen nicht mehr nur nach Lebenslauf und Position beurteilt werden, sondern danach, was sie bewegen können. Und ich glaube, dass Karriere 2030 viel individueller aussehen wird. Nicht mehr unbedingt zehn Jahre in einem Unternehmen, dann die nächste Position und irgendwann die Führungsebene. Sondern vielleicht Angestellte, Unternehmerin, Creator, Beraterin und Investorin gleichzeitig.

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Hinzugefügt: Oktober 2026

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