5 Fragen an Meike Müller
„Natürlich interessiert mich die Zukunft. Ich möchte schließlich den Rest meines Lebens darin verbringen.”
Welche Dinge haben Ihnen zu Ihrem Erfolg verholfen?
Zu meinem persönlichen Werdegang habe ich diese Frage 2024 schon beantwortet – deshalb antworte ich diesmal für das Unternehmen, das ich führe.
Die deutsche Wirtschaft und besonders die Beratungsbranche ist seit Jahren einem anspruchsvollen Umfeld ausgesetzt. Erfolg hieß für uns deshalb zuletzt vor allem: konsequente, teils harte Entscheidungen treffen und sie durchhalten. Wir haben vor rund anderthalb Jahren den Shift zum KI-Beratungshaus gestartet, als viele noch diskutiert haben. Und wir haben die gesamte Organisation klar auf unser Kerngeschäft fokussiert – die Beratung – und jede weitere Einheit daran ausgerichtet, unsere Kund:innen bestmöglich zu bedienen.
Und Beides zahlt sich heute aus – wirtschaftlich und strategisch.
Mein Learning daraus: Es gewinnt, wer sich auf eigene Stärken besinnt, fokussiert, diese weiterentwickelt und motivierte Menschen dabei mitnimmt.
Was war der beste/wichtigste Business-Ratschlag, den Sie je bekommen haben – und von wem?
Menschen wollen einander helfen. Wer um Rat fragt, zeigt kein Unvermögen – im Gegenteil: Die Frage ist ein Kompliment an die gefragte Person. Seit ich das verinnerlicht habe, netzwerke ich anders – offener, direkter, auf Augenhöhe mit Entscheider:innen und Kund:innen. Ehrlicherweise habe ich diesen Ratschlag nicht nur von einer Person erhalten; fast jede erfahrene Führungskraft gibt ihn. Das macht ihn nicht weniger wertvoll. Wie schön, oder?
Was war das (bislang) wichtigste Learning Ihrer Karriere?
In den intensivsten Phasen der letzten Jahre habe ich gelernt, mich auf die Menschen in meinem nahen Umfeld zu verlassen, aus ihnen Kraft zu ziehen und mich auf meine eigenen Stärken zu besinnen.
Heute weiß ich: Meine Resilienz ist kein Zufall, sondern ein Fundament, auf das ich bauen kann – egal, welche Herausforderung als Nächstes kommt.
Stichwort Stress und mentale Gesundheit: Wie achten Sie auf sich?
Wenn ich meine Antwort von vor zwei Jahren auf diese Frage lese, muss ich schmunzeln: Es braucht immer noch den Mix aus Arbeit, Sport und Entspannung – und es ist immer noch eine tägliche Herausforderung, ihm gerecht zu werden. Neu ist meine oberste Priorität: Freundschaften pflegen und ihnen wieder mehr Raum in meinem Leben geben. Gerade in intensiven beruflichen Phasen sind es die Menschen, die einen tragen. Das habe ich in den letzten Jahren gelernt – und das vergesse ich nicht mehr.
Ihre Vision, Ihr Wunsch, Ihre Ideen: Wie arbeiten wir 2030?
KI digitalisiert und automatisiert Prozesse gerade in einem Tempo, das viele noch unterschätzen. Die entscheidende Frage für 2030 ist deshalb nicht, was KI kann – sondern an welchen Stellen wir bewusst auf menschliche Interaktion setzen wollen. Für Führungskräfte ist die Technologie ein Gamechanger: KI-Agenten werden Teil von Teams, digitale Mitarbeitende werden Alltag. Das schafft Raum für das, was Führung wirklich ausmacht – Strategie und echter Kontakt zu den Kolleg:innen.
Die wichtigsten Kompetenzen 2030? Urteilskraft, Lernfähigkeit und die Fähigkeit, Menschen durch Veränderung zu führen. Mich begeistert es, so nah an dieser Disruption zu sein und mitzugestalten, wie sich Geschäftsmodelle, Prozesse und Rollenprofile neu sortieren.
Für mich selbst weiß ich: Genau an dieser Schnittstelle – Menschen, Technologie, Strategie – will ich auch in den kommenden Jahren wirken. In welcher Konstellation, das hält die Zukunft offen. Und um es mit meinem Motto zu sagen: Genau darin möchte ich schließlich den Rest meines Lebens verbringen.