5 Fragen an Jacqueline Baumer
Welche Dinge haben Ihnen zu Ihrem Erfolg verholfen?
Ich hatte keinen strikten Karriereplan, aber auch kein reines „Go with the Flow“. Mein Weg war geprägt von der Frage, wo ich Verantwortung übernehmen und Wirkung entfalten kann. Wichtig war für mich immer, dass ich Dinge mitgestalten und mitentscheiden kann. Netzwerke, Coachings und Mentoren haben mich begleitet, nicht als Abkürzung, sondern als Reflexionsraum. Und ja: Glück und Zufälle spielen auch eine Rolle. Entscheidend ist, sie zu erkennen und dann Verantwortung zu übernehmen.
Was war der beste/wichtigste Business-Ratschlag, den Sie je bekommen haben – und von wem?
„Du musst nicht alles können. Aber du musst klar entscheiden.“ Diesen Rat habe ich früh von einer erfahrenen Führungskraft bekommen. Sie hat meine Haltung zu Führung stark geprägt: Orientierung geben, Verantwortung halten und Entscheidungen treffen, auch unter Unsicherheit.
Was war das (bislang) wichtigste Learning Ihrer Karriere?
Mein wichtigstes Learning ist: Organisationen scheitern selten an fehlender Kompetenz, sondern an fehlender Klarheit. Eine prägende Erfahrung war, Verantwortung zu tragen, ohne formales Mandat oder stabile Rahmenbedingungen. Das war herausfordernd, aber enorm lehrreich. Ich habe gelernt, wie entscheidend klare Rollen, Governance und Erwartungen sind und wo meine eigenen Grenzen liegen. Diese Erfahrung möchte ich nicht missen, weil sie meine Führungsarbeit nachhaltig geprägt hat.
Stichwort Stress und mentale Gesundheit: Wie achten Sie auf sich?
Lange dachte ich, Stress sei vor allem eine Frage persönlicher Belastbarkeit. Heute weiß ich: Dauerstress entsteht häufig durch Unklarheit und fehlende Steuerbarkeit. Ich achte bewusst auf klare Prioritäten, saubere Abgrenzung von Verantwortung und realistische Erwartungen an mich selbst.
Ausgleich finde ich in Bewegung, Struktur und bewussten Pausen. Meine Haltung dazu hat sich im Laufe meiner Karriere deutlich verändert: Mentale Gesundheit ist für mich heute keine private Nebensache, sondern eine Voraussetzung für gute Führung. Auch für meine Führungskräfte und Mitarbeiter in meinem Team. Und ja, manchmal muss auch ich selbst mich daran erinnern.
Ihre Vision, Ihr Wunsch, Ihre Ideen: Wie arbeiten wir 2030?
Ich wünsche mir eine Arbeitswelt, in der Verantwortung klar verteilt, Entscheidungen transparent und Rollen eindeutig sind. Mit weniger Aktionismus und mehr Wirksamkeit. Bis 2030 werden aus meiner Sicht besonders wichtig sein: Entscheidungsfähigkeit unter Unsicherheit, Konfliktkompetenz, systemisches Denken und verantwortungsvolle Führung. Technologie wird vieles verändern. Entscheidend bleibt aber, wie Menschen Verantwortung übernehmen und miteinander umgehen und arbeiten.