5 Fragen an Daniela Kunde
All in
Meine Neugierde und Lust darauf, neue Branchen, Produkte und Techniken zu erlernen, hat mich mein Leben lang begleitet. Seitdem ich mich für die Medienbranche entschied, habe ich immer die Herausforderung gesucht. Es gibt kaum eine Branche, für die ich nicht gearbeitet habe.
Von der Produktion von Kunstbüchern, Messeständen in Cannes, Soziale Kampagnen für Ministerien, Beauty & Mode, Food & Beverage im FMCG-Bereich, Versicherung, Pharma und Banken – in jede Thematik habe ich mich auch inhaltlich eingearbeitet.
Und neben den Inhalten hat sich auch die Arbeit verändert, von Produktion in die Beratung, als Teil von Agenturen, fest oder frei.
Zusammenfassend kann man sagen: ich bin begeisterungsfähig und hands-on, lerne gern neue Menschen kennen. Und um die Frage kurz zu beantworten – mein Werdegang war eher im Flow.
Auf dem Weg haben mich viele großartige Menschen begleitet, mich motiviert und angetrieben, waren Vorbild und haben mich gestärkt.
Was war der beste/wichtigste Business-Ratschlag, den Sie je bekommen haben – und von wem?
„Du schaffst das“ von meinem jetzigen Chef Rolf-Günter Bultmann. Er schenkt mir sein Vertrauen und glaubt an mich. Es ist erstaunlich, welche Kräfte aus einer solchen Rückendeckung entstehen.
Wenn man das erst einmal verstanden hat, ist es eine Zauberkraft, die man mit Bedacht und Herz teilen sollte.
Was war das (bislang) wichtigste Learning Ihrer Karriere?
Als ich mich mit den Interview-Fragen beschäftigte, fiel mir auf, dass fast nur Männer mich in meiner Karriere unterstützt haben. Dass sie an mich glaubten und mich ermutigt haben – ich traute mir dadurch vieles zu, probierte mutiger aus und hatte Erfolg. Natürlich gab es auch inspirierende Kolleginnen oder Geschäftspartnerinnen, aber männliche Chefs hatten einen größeren, positiven Einfluss auf meine Karriere.
Mein Learning daraus ist, dass ich es besser machen möchte: junge KollegInnen stärken, ihnen Vertrauen schenken, motivieren und Rückhalt bieten.
Stichwort Stress und mentale Gesundheit: Wie achten Sie auf sich?
Zu lange habe ich zu wenig Rücksicht auf meine (mentale) Gesundheit genommen. Seitdem ich 50 bin, weiß ich, dass morgendlicher Sport – am liebsten schwimmen, Spinning und Krafttraining – mich wesentlich entspannter, ausgeglichener sein lässt. Der morgendliche Kick hält lange an, von der guten Laune profitieren auch meine Mitmenschen.
Ein wichtiger Ausgleich ist zusätzlich Kulturgenuss, von Theater, Konzerten und Ausstellungen. Und ich genieße die Zweisamkeit mit meinem Mann und pflege meine Freundschaften.
Viel zu lange hatte die Arbeit eine zu hohe Priorität. Auch wenn ich nun eine ausgeglichene Life-Work-Balance habe, hat die Arbeit einen wichtigen Stellenwert in meinem Leben.
Ihre Vision, Ihr Wunsch, Ihre Ideen: Wie arbeiten wir 2030?
Ich denke, dass Empathie und persönliche Kommunikation immer relevanter werden. Wünschenswert wäre, wenn Frauen einander besser stärken und fördern würden – hier stehen sich Frauen oft einander im Weg.
Vielleicht lernen wir von der Kommunikation mit KI, dem möglichst zielführenden Prompten, wie bessere Kommunikation gelingt. Offenheit für neue Techniken bleibt relevant. Aber, ich hoffe auch, dass wir nicht verlernen, selbst zu denken und zu lenken.
Die Entlastung und Unterstützung durch KI wird selbstverständlicher – bis dahin müssen wir lernen unsere Agenten optimal zu briefen und anzuleiten.